Berufsunfähigkeitsversicherung - Jeder 4. Bürger wird vor Rentenbeginn berufsunfähig

Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung sichert man das Risiko ab, infolge von Berufsunfähigkeit seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben zu können. Ursache einer Berufsunfähigkeit kann dabei eine Krankheit ein Unfall oder ein allgemeiner Kräfteverfall sein. Eine Berufsunfähigkeitsrente sichert den Lebensunterhalt bis zum Eintritt der regulären Altersrente ab. Da die gesetzliche Rentenversicherung keinen Berufsschutz mehr bietet, ist eine solche Berufsunfähigkeitsrente unbedingt zu empfehlen.

Häufigste Ursachen für die Berufsunfähigkeit: Wichtige Daten und Empfehlungen:
  Frauen Männer
Nervenleiden 6,4 % 5,3 %
Krebs 16,1 % 13,5 %
Herz-,Kreislauf 7,2 % 16,1 %
Skelett, Muskeln 19,3 % 20,9 %
Psyche 35,5 % 24,5 %
Quelle: VDR  
Finanztest (06/2006)
"Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt zu
den wichtigsten Versicherungen überhaupt."


Wichtige Daten:
- Jeder 4. Bürger wird vor dem Rentenalter berufsunfähig
- Kein gesetzlicher Schutz nach 1961 Geborene
- Nur 10 % sind gegen Berufsunfähigkeit versichert


In der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es nur noch eine Erwerbsminderungsrente. Der Beruf spielt keine Rolle mehr. Man kann auf jede Tätigkeit verwiesen werden, die mit dem verbliebenen Rest an Arbeitskraft noch möglich ist. Dabei gibt es Abstufungen der Erwerbsminderung von unter drei Stunden und über sechs Stunden verbliebener täglicher Arbeitskraft.

Gegen Berufsunfähigkeit kann sich jeder Berufstätige versichern. Eine solche Versicherung sichert das Einkommen aus dem bisherigen Beruf ab. Eine Verweisung auf andere Tätigkeiten erfolgt nicht. Eine Berufsunfähigkeitsrente ist bereits für Berufsanfänger angebracht. Zwar erfolgt hier erst die Qualifizierung zu einem Beruf, trotzdem haben sie schon einen Berufsschutz. Hierbei sind in der Regel nur geringere Renten zu versichern, da das Einkommen noch gering ist. Es bietet aber die Möglichkeit, den Versicherungsschutz nach der Ausbildung ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen.

Eine private Berufsunfähigkeitsrente beginnt, wenn voraussichtlich über einen längeren Zeitraum das Bestehen der Berufsunfähigkeit wahrscheinlich ist. Dies ist der Prognosezeitraum. Je nach Versicherung, liegt dieser prognostizierte Zeitraum zwischen sechs Monaten und zwei Jahren.

Für Schüler und Studenten ist aus dem gleichen Grunde eine Erwerbsunfähigkeitversicherung zu empfehlen. Diese kann später, bei Berufsausübung, ebenfalls ohne erneute Gesundheitsprüfung, in eine Berufsunfähigkeitsrente mit höheren Renten umgewandelt werden.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist als eigenständige Versicherung möglich und als Zusatzversicherung zu einer Lebens- oder Rentenversicherung. Sie kann mit relativ geringen Beiträgen abgeschlossen werden. Beim Abschluss sind die Gesundheitsfragen zu beantworten. Im Zweifelsfall ist ein ärztliches Gutachten erforderlich. Die Höhe des Beitrages richtet sich natürlich auch nach dem ausgeübten Beruf. Je höher das Risiko einer vorzeitigen Aufgabe des Berufes ist, umso höher wird auch der Beitrag ausfallen. Die Versicherungen haben hier zu jeder Berufsgruppe entsprechende Erfahrungswerte.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte in ausreichender Höhe abgeschlossen werden. So sollte die Berufsunfähigkeitsrente bei Arbeitnehmern zusammen mit anderen Absicherungen etwa 50% des bisherigen Bruttoeinkommens betragen. Bei Selbständigen ist von etwa 70 Prozent des regelmäßig erwarteten Gewinnes auszugehen. Keinesfalls soll es durch die Berufsunfähigkeitsrente zu einer Überversorgung kommen. Die Versicherungsgesellschaften lassen sich bei Wunsch nach einer hohen Absicherung auch die Einkommensnachweise vorlegen.

Jeder der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dies keine übliche Lebens- oder Rentenversicherung ist, sondern eine reine Risikoversicherung. Tritt die Berufsunfähigkeit während der Laufzeit der Versicherung nicht ein, gibt es kein Geld zurück.